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30.05.2017 - 09:20 Uhr

Von Rundholzharfen und Stabholzgeigen - besonderes Konzert begeistert Publikum

Stadtoldendorf (red). Mit den Worten „Ich freue mich, dass ich mit meinen Kindern ein Konzert im Alten Rathaus in Stadtoldendorf geben kann“ begrüßte Erich Tietzel die sehr zahlreichen Besucher seines Konzertes am vergangene Sonntag. Die Kinder des Erich Tietzel, das sind in diesem Fall seine vielen, selbst konstruierten Instrumente aus den ungewöhnlichsten Materialien. Und im ersten Moment sind die Zuhörenden sicherlich eher geneigt, an das Sortiment eines Baumarktes, als an Musikinstrumente zu denken. Fast war der Platz ein wenig eng für die mit Wasser gefüllten Fässer für die Abflussrohrorgeln, die gestimmten Kanalrohre, die Stabholzgeigen, die Sandsteinmarimba und die Vielzahl an anderen Instrumenten nicht zu vergessen. Aber für die Zuhörenden gab es ja noch die Treppe als Sitzplatz. 

Was Erich Tietzel aber mit sehr viel musikalischem Sachverstand und teilweise eben auch mit körperlicher Scherarbeit präsentiert hat, war ausgesprochen hörenswert. Gekonnt führte er mit dem gewissen Augenzwinkern durch das Programm, gab Hinweise zum preiswerten Selbstbau eigener Instrumente z. B. aus Abflussrohren und konnte wohl auch den Pädagogen nicht verleugnen, bei seinen Ausflügen in die Mathematik. 

Gleich zu Beginn kam dann beim „Eingangsstück“ neben Halbklavier und Lochsirene auch die angekündigte Stabholzgeige zum Einsatz und die Zuhörenden bekamen einen ersten Eindruck von dem, was eventuell im weiteren Verlauf noch auf sie zukommt. Fast schon klassisch kamen dann zunächst jedoch die Stücke von Marimba mit Gitarrenbegleitung daher. Markus Janz und Erich Tietzel zeigten übrigens hier bereits, welch eingespieltes Team sie sind. Die Gitarre, welche sich Markus Janz mit 14 Jahren selbst gebaut hat, passte auch wirklich klanglich hervorragend zur Tonfarbe der Sandsteinmarimba! Erich Tietzels kleiner Exkurs in die Mathematik und seine musikalische Umsetzung wurde dann von ihm sehr unterhaltsam dargebracht. Mit dem „Fibonacciwalzer“ für Lochsirenen und dem Titel „Wenn dir fad ist“ – Musik und Goldener Schnitt für Abflussrohre- befindet sich Tietzel außerdem in sehr prominenter Gesellschaft.

Sagt man doch Mozarts Sonaten nach, dass sie im Goldenen Schnitt zueinander stehen und sogar Stradivari habe sich beim Bau seiner Violinen diesen zu Nutze gemacht. Insgesamt stimmte eben der Ton bei diesem außergewöhnlichen Konzert. Sicherlich auch dank der Unterstützung durch den mitgebrachten Tonmeister, Jan Karsten. Der Applaus des Publikums forderte dann natürlich nach Zugaben. Und ganz spontan, sozusagen als Ausblick auf den Jazzfrühschoppen im 13. August, der ja bekanntlich von der K-Band gestaltet wird, verabschiedeten sich Markus Janz an der Gitarre und Erich Tietzel am Flügel mit einem Stück von „Herbie“ Hancock.

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Foto: MKV

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