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23.10.2016 - 07:56 Uhr

Wenn das Herz nicht mehr "kann": Kardiologe Dr. Eberhard Bub gibt einen Einblick in das breite Feld der Herzschwäche


Stadtoldendorf (rus). Das Herz ist der Motor des Herzkreislaufs und damit des Lebens. Das Herz muss funktionieren, damit der gesamte Organismus funktionieren kann. Wenn dieser Motor seine Kraft verliert, also schlapp macht, kann es plötzlich zu einer akuten, zumeist aber auch chronischen Herzschwäche kommen. Der Herzspezialist Dr. Eberhard Bub weiß Rat.

Seit Anfang 2016 ist der vielen hiesigen Patienten bekannte Kardiologe mit regelmäßiger Sprechstunde im Gesundheitszentrum Charlottenstift tätig und ergänzt das dortige medizinische Angebot.

Die chronische Herzschwäche ist eine Krankheit, bei der die Pumpkraft des Herzens soweit abnimmt, dass nicht mehr genügend Blut und damit Sauerstoff und Nährstoffe zu Organen wie Gehirn, Nieren oder den Muskeln gepumpt wird. Die chronische Herz-schwäche, auch Herzinsuffizienz genannt, beginnt meist schleichend. Sie äußert sich nicht selten mit Atemnot, körperlicher Schwäche, einer Abnahme der  Leistungsfähigkeit oder auch durch Wassereinlage-ungen in den Beinen. Die Herzschwäche ist eine weit verbreitete Krankheit, weiß Dr. Eberhard Bub: „In Deutschland wird die Zahl der Patienten mit Herzschwäche auf zwei bis drei Millionen geschätzt“. Fast 50.000 Menschen sollen jährlich an dieser Krankheit sterben, sollen Zahlen der Deutschen Herzstiftung bestätigen.

Was sind die Ursachen für eine zunehmende chronische Herzschwäche?

„In erster Linie müssen wir an Durchblutungsstörungen des Herzens denken, vor allem dann, wenn es zu einem Herzinfarkt gekommen ist“, sagt Dr. Bub. Eine weitere Ursache könnte auch eine chronische Druckbelastung des Herzens mit einem erhöhten Blutdruck sein. Dies führe zu einer Vermehrung der Muskelmasse der linken Herzkammer mit Elastizitätsverlust und Versteifung. Schließlich „kann das Herz nicht mehr“. Es macht schlapp und erweitert sich, der Arzt spricht dann von einer „Dilatation“. Es ist zu einer Kontraktionsschwäche der linken Hauptkammer gekommen, einer „systolischen Herzinsuffizienz“.


Weitere Ursachen für die chronische Herzinsuffizienz sind beispielsweise die Herzmuskelentzündung, defekte Herzklappen oder angeborene Herzfehler. Selten sind angeborene oder erworbene Herzmuskelerkrankungen, die durch Alkohol und Drogenmissbrauch hervorgerufen werden können. Hier kommt es zu einer Erweiterung vor allem der linken Herzhauptkammer. „Treten bereits leichte Beschwerden auf, wie etwa Luftnot, Abgeschlagenheit oder Knöchelödeme, so sollte der Patient frühzeitig gründlich untersucht und behandelt werden“, findet Dr. Bub.

Nach einer gründlichen Anamnese steht für Dr. Bub die Diagnose fest. Es erfolgt dabei eine eingehende körperliche Untersuchung mit Abhören von Herz und Lunge. Ein EKG gibt zudem erste Hinweise auf eine Durchblutungsstörung des Herzens oder auf Herzrhythmusstörungen. „Diagnosesichernd ist die Echokardiographie des Herzens mit einem modernen „Highend“-Echogerät“, so Bub. Mit diesem speziellen Gerät können ganz exakt eine Vielzahl an Untersuchungen durchgeführt werden. Eine Überprüfung von Größe und Funktion aller Herzkammern, Herzklappen und Gefäße etwa oder das Feststellen von Entzündungen, Gerinnseln und Tumoren. Mit dem in diesem Echogerät vorhandenen „Gewebedoppler“ ist zudem die „diastolische Herzschwäche“ genau messbar.

„Haben wir durch diese Untersuchungen ein detailliertes Bild von der chronischen Herzschwäche des Patienten gewonnen, erfolgt eine Behandlung in aller Regel nach den allgemeinen Richtlinien der Deutschen Herz- und Kreislaufgesellschaft“, sagt Dr. Bub. Nur bei spezieller Fragestellung ist dann noch eine Röntgenuntersuchung des Herzens notwendig. Lediglich bei dringendem Verdacht auf eine Durchblutungsstörung des Herzens erfolgt die Durchführung eines Herzkatheters. Bei einer diastolischen Herzinsuffizienz sollte die Herzfrequenz mit einem Betarezeptorenblocker verlangsamt werden, um damit dem Herzen genügend Zeit zur Füllung der Herzkammern zu geben. Kontrolluntersuchungen sollten möglichst in halbjährlichen Abständen erfolgen, rät der Spezialist.

Es ist klar, dass auch die Patienten selbst viel dazu beitragen können, ein gesundes Herz bis ins hohe Alter zu haben. Neben der korrekten Behandlung der chronischen Herzschwäche gehört die Therapie der auslösenden Erkrankungen, wie z.B. Übergewicht, erhöhter Blutdruck, Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen unabdingbar dazu. Ein gesunder Lebensstil rundet diese Maßnahmen ebenso ab, wie eine kohlenhydrat-, fett- sowie kochsalzreduzierte Diät. „Zu einem gesunden Lebensstil gehört selbstverständlich auch viel Bewegung, vor allem an frischer Luft, in der wunderschönen Landschaft unseres Weserberglandes“, rät Dr. Eberhard Bub.


Fotos: rus

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