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18.11.2016 - 09:48 Uhr

Hummeln im Bauch: Eine Kolumne von Marion Lindhof

altJa, Sie haben richtig gelesen. Ich habe mich nochmal getraut, zum zweiten Mal. An meinen neuen Namen brauchte ich mich bis jetzt noch nicht gewöhnen. Gefühlt trage ich ihn schon sehr lange.

Obwohl ich immer behauptete, dass ich nie wieder heiraten werde, kann ich es heute wie Konrad Adenauer halten, der mit dem Spruch: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“ in die Geschichte eingegangen ist. Ich habe meine Meinung geändert und freue mich sehr darüber. Wir haben beschlossen, gemeinsam und ganz offiziell durchs Leben zu schreiten. Ein großes Glück, Liebe, viel Vertrauen, Treue und Hummeln im ganzen Körper.

Geheiratet wird heutzutage auf die unterschiedlichsten und kuriosesten Weisen. Ob beim Bungee Jumping, auf hoher See oder in einem Leuchtturm, müssen die Hochzeitsgäste sehr flexibel sein.

Ein riesiger Markt rund um Hochzeitspaare ist entstanden. Die Wirtschaft wird angekurbelt. Nischen entstehen und werden genutzt. Es gibt Weddingplaner, Catering, Blumen und Deko, Fotographen, die sich auf Hochzeitsbilder spezialisiert haben, besondere Einladungskarten, Fahrzeuge und Kutschen, Musiker, Tanzschulen, Schmuck und Trauringe, Torten, Tauben und Ballons. Sehen Sie es mir nach, wenn ich noch einige Wirtschaftszweige vergessen haben sollte. Neu sind für mich Geschäfte, die sich auf Gastgeschenke spezialisiert haben. Das kenne ich nur von Kindergeburtstagen, wo jedes eingeladene Kind eine Süßigkeit oder einen Bleistift mit nach Hause nehmen darf.

Diverse Fernsehsendungen heizen den zukünftigen Eheleuten ordentlich ein. Die perfekte Hochzeit mit allem Drum und Dran kann das Konto ganz schön schrumpfen lassen. Geplant wird teilweise über Jahre im Voraus. Aus allem entsteht ein Event. Freundinnen werden zur Anprobe des Brautkleides eingeladen mit Sekt und guten Ratschlägen. Der Blumenladen lädt zum Kennenlerngespräch ein, um zu schauen, ob Brautleute und Blumenverkäufer auf einer Wellenlänge liegen und natürlich, um noch das ein oder andere Gesteck mehr an zu prahlen. Die Lokation ist auch ganz wichtig, schließlich soll es eine Traumhochzeit werden, wie im Märchen. Das Teuerste ist gerade gut genug. Ein Riesenbrimborium, dass nicht nur dem Brautpaar im Gedächtnis bleiben soll.

Bis das der Tod Euch scheidet? Manchmal klappt es sogar. Früher gelang es häufiger als heute. Schön, wenn Paare bis zum Schluss zusammenbleiben. Sich immer wieder zusammenraufen oder die Liebe sehr stark ist. Schlimm wird es, wenn wir nur noch aus Gewohnheit, wegen der Kinder oder der Nachbarn zusammenbleiben.

Gemeinsam alt werden ist wohl das Schwierigste und Schönste im Leben. In einem Zeitalter, wo das Verfallsdatum mehr zählt als die Langlebigkeit, umso schwieriger. Am besten ist die Ehe wohl der Generation gelungen, die bis dato 70 Jahre und älter ist. Sie werden heute dafür belohnt und haben die verflixten sieben Jahre und die Lebensmitte überstanden. Sie haben sich nicht von Krisen unterbuttern lassen und dem Wind des Lebens die Stirn geboten. Innere Werte überwiegen und lassen Fältchen und Speckröllchen unwichtig erscheinen. Wir werden zwar gemeinsam alt aber es ist wohl sehr wichtig, den anderen in seiner jeweiligen Lebenssituation zu akzeptieren und Verständnis aufzubringen. Wir dürfen den anderen nicht verbiegen. Das gleiche gilt für uns selbst. Wenn wir uns verstellen, nur um dem anderen zu gefallen, kann das auf Dauer nicht klappen.

Zeit, Verständnis, gute Kommunikation und Probleme sachlich ausdiskutieren sind wohl das Geheimnis vieler Dauerehen.

Manchmal ist es aber wohl auch gut, wenn man sich trennt. Wenn man sich überhaupt nichts mehr zu sagen hat und die Lebensinhalte zu stark differieren. Jeder nach seinem Gusto. Ob große Hochzeit oder im kleinen Rahmen, geplant oder ungeplant, lang oder kurz.

Mein Mann und ich haben allein geheiratet. Still und heimlich. Der Tag sollte nur uns gehören und wir wollten keine Gäste mit Ausnahme unserer beiden Hunde, die sich selbst eingeladen haben. Vielleicht holen wir die Party im Sommer nach, vielleicht aber auch nicht. Wir überlegen noch, wie wir den Kreislauf des Geldes in Gang halten können. Die Wirtschaft lässt sich ja zum Glück auf verschiedene Weisen ankurbeln.

Herzliche Grüße

Marion Lindhof

alt

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